Über mich

Als kleines Mädchen wollte ich immer wissen, was „Früher“ war. Ich sass gerne mit alten Menschen zusammen, die mir viel aus ihrem Leben und dem Leben ihrer Eltern und Grosseltern erzählten. Auf diese Weise erfuhr ich viele spannende Geschichten.

Als ich sieben Jahre alt war, drang ich unerlaubt in eine archäologische Grabungsstätte ein, die eigentlich für die Öffentlichkeit gesperrt war. Der Archäologe, der mich dabei ertappte, wollte mich erst wegschicken. Ich stellte ihm so viele Fragen, dass er sich ein Herz nahm und dieses neugierige kleine Mädchen an der Hand nahm, es herum führte und alles genau erklärte. Diesen Moment habe ich bis heute nicht vergessen. Von diesem Tage an, war ich Feuer und Flamme für Geschichte und Archäologie und bin es noch heute.

Irgendwann entdeckte ich die Bibliotheken und kam regelmäßig mit Bergen von Büchern nach Hause. Das mache ich übrigens heute noch so. Bibliotheken finde ich eine absolut geniale Sache. Ausleihen, Lesen, Lernen, Zurückbringen. Was ich besonders schätze, in den Bibliotheken findet man viele gute Bücher, die auf dem Markt vergriffen sind, mit viel wertvollem Wissen.

Mein Wissensdurst liess mich mit den Jahren immer weiter in die Vergangenheit „reisen“, vom Mittelalter bis zu den Germanen, Etrusker, Römer, Gallorömer, Kelten und in die Jungsteinzeit. Doch keine dieser Zeiten schlug mich so in ihren Bann, wie es die Altsteinzeit vermochte, das Zeitalter der Jäger und Sammler.

Nebst der Steinzeit interessiere ich mich für die Geschichte der einheimischen gallorömischen Bevölkerung, für Technik, Physik und altes Handwerk. Seit vier Jahren gebe ich an Museumsveranstaltungen Workshops, wo Gross und Klein lernen, mit der Handspindel Wolle zu verspinnen. Die Handspindeln dafür stelle ich selber her, was mir sehr viel Freude macht.

Beruflich arbeite ich als selbstständige Texterin. Privat setze ich mich  auch für die Förderung alter Handwerks- und Handarbeitskünste ein. Kurz, es läuft immer etwas.

 

Die Steinzeitung

Auf die Idee, eine Seite zum Thema Steinzeit aufzubauen brachten mich die Kinder, die unendlich viele Fragen stellten auf den Museumveranstaltungen. Das Symbol der Steinzeitung ist das Schwirrgerät. Es wurde Ende der jüngeren Altsteinzeit als Kommunikationsmittel genutzt. Ob die Menschen nun damit untereinander auf weite Distanzen kommunizierten, wie Beispielsweise mit Trommeln, oder ob sie es eher zu rituellen Zwecken einsetzten, ist bis heute unbekannt. Steinzeitliche Schwirrgeräte wurden in Dolní Vĕestonice, Tschechien und auf der schwäbischen Alb gefunden. Sowie in der französischen Dordogne.

Dieses Gerät wird an einer Schnur durch die Luft gewirbelt und erzeugt indem es sich dreht, einen lauten, surrenden oder schwirrenden Ton, ähnlich wie der Wind, wenn er durch Ritzen pfeift, nur viel lauter. Dieses Schwirren ist über weite Distanzen hörbar. Je nach Form und Material (Holz oder Knochen) klingen diese Schwirrgeräte sehr unterschiedlich.

Noch heute werden Schwirrhölzer bei den Aborigines verwendet, wo sie “bullroarer” genannt werden. Doch auch die Azteken und Maoris kannten diese Geräte.

Wie so ein Schwirrholz klingt demonstriert Alejandro aus Madrid (Spanien) in einem Filmchen bei Youtube. In Spanien nennt man die Schwirrgeräte “Bramaderas”.

Alejandros Seiten sind leider nur in spanischer und in englischer Sprache. Dafür findet Ihr dort die verschiedenen Schwirrgeräteformen und Zeichnungen, wie man diese Geräte handhabt.

 

Alejandro mit steinzeitlichem Buschtelefon

 

Mein Name ist Renat Graf - Zeier. Ich bin 43 Jahre alt und lebe mit meiner Familie in Untersiggenthal im Kanton Aargau. Das Dorf liegt beim Wasserschloss der Schweiz, wo die drei Flüsse Aare, Reuss und Limmat zusammen fliessen.

Das ist die Lägern, von Baden Baldegg her fotografiert, mit ihrem augeprägtem Grat, eben das Lägerngrat. Als ich sie als Kind das erste Mal sah, kam sie mir vor, wie ein riesiges, schlafendes Ungeheuer und ich konnte mich kaum an ihr satt sehen. Das ist bis heute so. Ich finde sie einfach wunderschön.

Die Lägern ist der letzte Jura-Ausläufer vor dem Mittelland. In der Magdalénienzeit vor ca. 12.000 Jahren, war sie ein sehr wichtiges Silex-Abbau-Gebiet. Der Silex-Abbau wurde weit in die Jungsteinzeit hinein, bis vor ca. 4.000 Jahren betrieben. Diese Steinart wird auch Jurahornstein genannt. Hornstein daher, wenn man die Steine aneinander reibt, entsteht ein Geruch, der stark an verbranntes Haar oder Horn erinnert.

Jurahornstein
von der Lägern

 

 

 

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2012   Renat Graf - Zeier

 

 

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