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Sprachen und Schrift

 

Bisher liessen sich Sprachen nur rund fünf Jahrtausende zurück verfolgen. Zu den ältesten bislang überlieferten Sprachen gehört das Sumerische aus Mesopotamien und das Altägyptische.

 

Warum gibt es verschiedene Sprachen?

Schon hundert Jahre der geographischen Abgrenzung reichen, um einen deutlichen Unterschied in einer Sprache zu bewirken. Aus einer einzigen Sprache können so zwei, oder gar drei verschiedene Sprachen entstehen, in welchen die Worte einander zwar sehr ähneln, aber schon ganz anders gesprochen werden. Anhand der Sprachforschung kann man durch die Vergleiche der Sprachverwandtschaften frühe Wanderbewegungen nachvollziehen.

 

Nonverbale Sprache
Die Sprache ohne Worte

Nicht zu unterschätzen ist auch die optische Sprache unter den Menschen, welche durch Handzeichen oder Mimik stattfindet. Wenn man sich sprichwörtlich mit “Händen und Füssen” untereinander verständigt.

Doch auch die Verständigung über weite Distanzen scheint den Menschen schon früh vertraut gewesen zu sein, sei dies optischer Natur, wie zum Beispiel Feuer-, oder Rauchzeichen, oder auf akustischer Basis, wie Trommeln, Pfeiffen oder Schwirrgeräte. Das Bedürfnis der Menschen, einander auf weite Distanzen kommunikativ erreichen zu können, wurde immer mehr ausgebaut. Sozusagen von der Buschtrommel bis zum Mobiltelefon.

 

Die Schrift

Das wichtigste optische Verständigungsmittel, ist die Schrift. Hier äussert sich ein kleines Wunderwerk der Menschheitsgeschichte, denn manche wichtige Aspekte der Geschichte, wurde einst vor Jahrtausenden niedergeschrieben, wie zum Beispiel die Schriften antiker Gelehrten, die ihren fernen Nachfahren so viel Wissen und Geschichten über eine vergangene Zeit überlieferten.

seifenrezept

Die Schrift wurde von Aristoteles, einem griechischen Gelehrten, als Symbole des gesprochenen Wortes bezeichnet. Wann die Schrift wirklich ihren Anfang nahm, ist bis zum heutigen Tag umstritten. Auch die Frage, was man als “Schrift” deklarieren” kann und was nicht, sogt für Kopfzerbrechen. Kann man die Höhlenritzungen aus der jüngeren Altsteinzeit schon als “Schrift” deuten?

Die sogenanten Piktogramme, was soviel wie “gemahlte Zeichen” bedeutet, gelten als Vorläufer der Schrift. Wie es zum Beispiel bei jenen der Vinca-Kultur, einer alteuropäischen Kultur vor 8’000 Jahren, der Fall sein könnte. Nur ist man sich dort auch nicht so ganz einig, ob es sich bei den Ritzzeichnungen der alteuropäischen Vinca-Kultur (auch bekannt unter Donau-Kultur oder Kurgan-Kultur ) bereits um eine Schrift handelte.

Doch auch eine sumerische oder altägyptische Schrift musste sich erst einmal entwickeln. Die Schriftarten waren nicht einfach plötzlich da. So könnten die Schriftzeichen der Vinca-Kultur durchaus, als eine archaische Schriftform angesehen werden, aus der sich manch andere Schriftart weiter entwickelte.

 

vincakultur

 

Rechnen

Noch heute stehen sie in jedem Spielwarengeschäft, die Abakuse für die frischgebackene Einmaleins-Schützen der Gattung Homo sapiens sapiens. Doch wohl nur wenige Kinder wissen, dass tausende Jahre zuvor, schon Erwachsene damit rechneten. Der Abakus ist sozusagen die antike Rechenmaschine der Menschheit. Doch seine Geschichte geht noch weiter zurück, in die Urgeschichte.

Vor dem Abakus waren die Tokens. Das waren Steine, oder kleine Keramikförmchen, entweder mit geritzten “Ziffern” darauf, oder in verschiedenen Formen. Damit rechneten bereits vor 9’000 Jahren die Menschen im nahen Osten, in Mesopotamien.

Die Menschen schienen damals schon ein sehr ausgeklügeltes System mit diesen Tokens gehabt zu haben. Fazit, die Menschen der Steinzeit konnten Rechnen und scheinbar gingen diese Rechnungen auch auf. Denn im alten Rom rechnete man noch immer mit Steinchen, auch Calculi genannt. Eigentlich kurios, denn dieses Wort stammt von “Kalkstein”, aus dem diese Steinchen bestanden. Bis heute hat sich das Wort “kalkulieren” in unserer Umgangssprache erhalten.

Anmerkung

Ich erinnere mich noch gut, als vor einigen Jahren eine Reportage erschien, die von einem sehr interessanten Experiment berichtete. Forscher wollten es genauer wissen und ließen Mathematiker mit modernen Rechnern und antiken Abakuse gegeneinander antreten. Das Ergebnis war erstaunlich. Einige wenige Mathematiker mit den Rechenmaschinen hatten sich wohl vertippt und lieferten falsche Ergebnisse ab. Die Mathematiker mit den Abakusen, hatten zwar viel länger mit ihren Berechnungen, aber sämtliche Ergebnisse waren
100% richtig.

 

 

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2010 Renat Graf Zeier
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