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Höhlenmalereien
Mit dem Wort Höhlenmalerei kommen automatisch auch Orte, wie Lascaux, Altamira und Rouffignac zur Sprache, deren Malereien und Felsbilder aus der jüngeren Altsteinzeit stammen. Insgesamt sind alleine in Europa, um die 40 Bilderhöhlen bekannt. Die meisten Höhlenmalereien stammen aus einer Zeit von etwa 32’000 Jahren bis ungefähr 12’000 Jahren und wurden bisher meistens in Südeuropa gefunden. Während der letzten Eiszeit, die erst vor 11’500 Jahren endete, lebten viele Menschen in den angenehmeren Klimazonen im Süden.
Am Anfang war Altamira Die ersten Höhlenmalereien werden entdeckt
Eine interessante Vorgeschichte erzählt der Fund der Höhle von Altmira, die eigentlich von einem Hund 1868 entdeckt worden war, der seinem Herrchen entwischte. Der Jäger der sein Tier suchte, machte die Entdeckung und meldete sie dem Grundbesitzer.
Den Durchbruch ihrer Bekanntheit erlangte diese Höhle aber erst 1879 durch ein kleines Mädchen, das ihrem Vater während den Forschungen Gesellschaft leistete und an der Höhlendecke eine Entdeckungen machte: ” Guck Papa, Stiere!”


Nun galt es, das Bild der Menschen der Steinzeit ins rechte Licht zu rücken, zumal viele glaubten, Steinzeitmenschen seien äusserst primitive Wesen gewesen. Diese Entdeckung riss einen Streit vom Zaun und manche Forscher erklärten die Höhlenbilder von Altamira als Fälschung, ohne dass sie die Höhlen je betreten hatten.
Diese Malereien stammen aus dem letzten Abschnitt der jüngeren Altsteinzeit und (vor etwa 12’000 bis 15’000 Jahren) und wurden mit braunen, gelben und roten Ockerfarben, schwarzer Manganerde und Kohle gemalt. Meist stellen sie Tiere dar, die in dieser Zeit lebten, wie Pferde, Bisons, Hirsche, die in einer erstaunlichen plastischen Form gemalt wurden, so dass sie dem Betrachter fast Dreidimensional erscheinen. Die steinzeitlichen Künstler erreichten diese Perspektive durch den Einsatz von verschiedenen Farbstufen und Schattierungen.
Die Grotte von Chauvet
1995 wurden die bislang ältesten Höhlenmalereien im Tal der Ardèche entdeckt, in der Grotte von Chauvet. Zugleich zählt sie auch zu einer der grössten Höhlen. Man war erstaunt, zu entdecken, dass die effektreiche Malerei nicht wie bisher angenommen, vor 15’000 Jahren praktiziert worden war, sondern schon vor über 30’000 Jahren. Was die Grotte von Chauvet zudem einzigartig macht, ist, dass in die gesamten künstlerischen Kompositionen auch die Reliefs einbezogen wurden, die zusammen ein Gesamtbild ergeben, was diesen Kunstwerken eine ausserordentliche Lebendigkeit verleiht.
Die Höhle Trois-Frères
Die Höhle Trois-Frères wurde nach ihrem Entdeckern benannt. Die drei Jungs waren Brüder, die Söhne der Familie Bégouën. 1914 machten sie nach dem zweiten Anlauf (beim ersten Mal hatten sie zuwenig Licht und Zeit) die Entdeckung der Höhlenmalereien. Diese Höhle liegt bei Montesquieu-Avantès im Département Ariège, in den Pyrenäen. Bei der näheren Untersuchungen wurde diese Höhle als eine Art Kulthöhle bezeichnet, die besonders während den Magdalénien rege genutzt worden war.
Die Höhle von Rouffignac
Mit der Höhle von Rouffignac wurde einer der grössten Höhlen von über 10 Kilometer Länge entdeckt. Zeitgleich zählt sie aber auch zu einer der ältesten Höhlen, mit Kunstwerken, die um die 30’000 Jahre alt sind. Sie wird unter anderem auch die Höhle der 100 Mammuts genannt, oder das Heiligtum der Mammuts, da diese Darstellungen sehr oft vertreten sind, jedoch nicht nur. Jedes Bildnis hat einen Namen, liebevoll benannt von Louis Renè Nougier, ein bekannter Forscher, der einige literarische Werke über diese Höhle publizierte, aber auch ein umfangreiches Werk über die Steinzeitmenschen selbst schrieb: “Die Welt der Höhlenmenschen”.
Rouffignac liegt wie Lascaux in Südwestfrankreich, in der Dordogne, etwa 25 km vom Ort Les Eyzies entfernt, wo sich übrigens ein sehr sehenswertes Museum zum Thema Höhlenmalerei befindet.
Vale do Côa Portugal
Zwar ist Vale do Côa nicht so bekannt wie Lascaux oder Altmira, aber genau so spektakulär sind die 25’000 Jahre alten Pieroglyphen (Felsritzungen) an den Uferhängen des Flusses Côa im Nordosten Portugals. Bei einer Länge von 17 Kilometer, finden sich mehrere Tausend Steinritzungen. 1998 wurde dieser Altsteinzeitliche Schatz in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Durch die Jahrtausende ritzten die Menschen immer wieder ihre Kunstwerke in die Felsen und das mit den wandelnden Techniken ihrer Zeit.
Weitere Höhlen
Italien
Grotte dell'Addaura (Sizilien) Alter 14’000 Jahre La Grotta de la Genovese (Italien) NordsizilienAlter 12’000 Jahre
Spanisches Baskenland
Höhle von Altxerri Alter ca. 15’000 Jahre Höhle Ekain ca. Alter 17’000 Jahre
Russland
Höhle von Kapova Alter ca. 16’000 Jahre Höhle von Ignatievka Alter ca. 16’000 Jahre
Mobile Lichtquellen
In der jüngeren Altsteinzeit kannte man schon “mobile Lichtquellen”, wie tragbare Lämpchen, oder Fackeln. Ohne sie wäre es den Menschen zum Beispiel niemals möglich gewesen, in den Höhlen die schönsten Kunstwerke zu malen, wie zum Beispiel jene in der Höhle Tue d’Audubert im französischen Ariège, wo man 700 Meter im Höhleninnern Tierdarstellungen fand und sogar zwei grosse Lehmfiguren eines Bisonpaares. Als mobile Lichtquellen benutzte man Steingefässe, die man mit Fett füllte, es härten liess und einen Docht reinsteckte und diesen anzündete. Im Grunde waren dies die Vorläufer der heutigen Kerzen. In der Steinzeit benutzte man Fett, in der Antike Öl und heute Wachs. Aber das Prinzip ist eigentlich das Gleiche geblieben.
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