Homo habilis

habiIm Jahre 1960 wurden die erste Funde dieser Gattung gemacht, welche dereinst als “Homo habilis” in die Geschichte eingehen sollten. Homo habilis bedeutet soviel wie “der geschickte Mensch”.

Homo erectus und Homo habilis lebten wahrscheinlich 500’000 Jahre nebeneinander. Daher wird die frühere These, dass Homo erectus von Homo habilis abstamme, als immer unwahrscheinlicher angesehen. Kann es sein, dass da ein gemeinsamer Vorfahre existierte, von dem man noch nichts weiss ?Homo habilis lebte bereits in wohlorganisierten Gemeinschaften. Man vermutet auch, dass er bereits plante und organisierte, wie zum Beispiel die Anlegung von Lagerplätzen. Überreste solcher Camps fand der amerikanische Paläanthropologe Glynn Isaacs in verschiedenen ostafrikanischen Gebieten. Die Lager boten Müttern mit kleinen Kindern und älteren Familienmitgliedern Schutz. Wahrscheinlich begann sich bei Homo habilis die Sprache bereits zu entwickeln, die ihm die gemeinschaftlichen Planungen erleichterte.

 

zeitEr entwickelte schon gezielt mehrere Arten von Steinwerkzeugen zum Schneiden von Fleisch, Pflanzen oder Holz. Homo habilis wurde etwa 145cm groß, die Männer wogen 50kg bis 90 kg und die Frauen zwischen 30 kg und 40 kg.

Homo habilis war noch kein Jäger, wie Homo erectus. Vielmehr ernährte er sich von dem, was Raubtiere übrig liessen. Wahrscheinlich ernährte er sich weitgehend von pflanzlicher Nahrung und war daher wohl meist mit Sammeln beschäftigt. Zusammen mit Homo rudolfensis, war Homo habilis der erste Hominide, der einfache Werkzeuge aus Stein schuf und sie gezielt einsetzte. Die ersten einfachen Werkzeuge aus Basaltkiesel wurden in der Olduvai-Schlucht in Afrika gefunden.

 

Funde von Homo habilis

koobiforaKNM-ER 1813
Im Jahre 1973 entdeckte Kamoya Kimeu in Koobi Fora (Kenia) einen 1,9 Millionen Jahre alten Schädel, der so manche Fragen aufwarf. Dieser Schädel hatte sehr viel Ähnlichkeiten mit dem zuvor gefundenen Schädel des Homo rudolfensis (KNM-ER 1470). Der neu entdeckte Schädel jedoch, hatte kleinere Zähne und ein kleineres Gesicht. Vorerst nahm man an, dass es sich beim Fund KNM-ER 1813 um einen weiblichen Homo rudolfensis handeln könnte. Denn der zuvor gefundene Schädel KNM-ER 1470 stammte von einem viel robuster gebauten Zweibeiner. Die Unterschiede waren zu augenfällig, um sie als die zwei verschiedenen Geschlechter einer einzigen Art einzustufen. Anhand der Zähne fand man heraus, dass dieser zierlich gebaute Homo habilis bereits voll ausgewachsen war.

 

olduwaOH 7
Am 4. November 1960 fand der älteste Spross der Familie Leakey in der Olduvai Schlucht einen Unterkiefer , welcher unter der Bezeichnung OH 7 als Homo habilis in die Geschichte eingehen sollte. Am Anfang war man sich der Zuordnung der Spezies nicht so sicher, bis durch Untersuchungen an diesem Unterkiefer entdeckt wurde, dass sein Träger einstmals ein viel größeres Gehirn hatte, als die Australopithecinen. Damit zeichnete sich dieser Fund als die Neuentdeckung einer bislang noch unbekannten Spezies aus, der man aufgrund des größeren Schädelvolumen eine gewisse Geschicklichkeit zumutete; Homo habilis, der geschickte Mensch. Jeder Fund bekommt aber auch einen Kosenamen mit auf den Weg und diesen hier nannte man zu Ehren seines Entdeckers:” Jonny’s Kind”.

 

olduwaOH 24
“Twiggy”. Der Schädel wurde von Peter Nzube in der Olduvai-Schlucht in Tansania entdeckt und auf ein stolzes Alter von 1,8 Millionen Jahren datiert. “Twiggy” war bereits voll ausgewachsen als sie starb. Die Namensgebung des Schädels ist ein bisschen sarkastisch. Weil er bei seiner Entdeckung so flach gedrückt war, benannte man ihn nach dem Modell “Twiggy”, das in den 60 er Jahren als ein Schönheitsidol galt.

 

olduwaOH 62
“Dik-Dik Hominid” Er wurde just neben dem offiziellen Touristen-Trampelpfad entdeckt, der in die Olduvai Schlucht führt, einem Ort, wo man ihn kaum vermutet hätte. Sein Entdecker war Tim D. White, der im Jahre 1986 die 1,8 Millionen Jahre alten Knochenfragmente an der Erdoberfläche sichtete. Das Beispiel der Entdeckung von OH 62 zeigt, wie sorgfältig Forscher arbeiten und welche Meisterleistungen sie an den Tag legen. Im Umkreis von 40 Quadratmetern siebte man die lockere Erde durch und fand insgesamt 18’000 Knochen-, und Zahnbruchstücke, von welchen aber nur 302 Stücke zum Fund passten. Nun stelle mal sich diese akribische Puzzlearbeit vor, aus 18’000 Stücken genau jene heraus zu finden, die zum selben Individuum passen. Mit diesem Fund hatte man das erste Mal die Arm-, und Beinknochen eines Homo habilis entdeckt. Anhand der Knochen-, und Zahnfunde konnte man fest stellen, dass es sich bei OH 62 um eine ältere Homo habilis-Dame handelte. Anhand dieser Funde stellte stellte man auch die These auf, dass Homo rudolfensis in seinem Körperbau bereits Menschähnlicher war, als Homo habilis, der in seinem Körperbau den Australopithecinen näher kam, als der Gattung Homo.