Denisova-Mensch

Der Eingang der  Denisova-Höhle in Sibirien
Der Eingang der Denisova-Höhle in Sibirien

Im Jahre 2000 entdeckte man einen Zahn in der Denisova-Höhle in Sibirien. Acht Jahre später fanden russische Forscher in der gleichen Höhle einen sieben Millimeter langen Knochensplitter eines Fingerknochens.

Im Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, gelang es im Jahr 2010 die Sequenz der Mitochondrien-DNA (mtDNA) des Fingerknochens zu entziffern.

Gemeinsam mit Institutsleiter Svante Pääbo , hat Johannes Krause die Untersuchungen an dem Knochensplitter des neuen Urmenschen geleitet. Die Ergebnisse dieser DNA-Analyse sollte für weltweites Aufsehen sorgen. Denn sie ergab, dass neben dem Neandertaler und dem Menschen noch eine dritte Menschenart im Bunde der Hominiden über die Erde wandelte. Der Denisova-Mensch, der vor 48.000 bis 30.000 Jahren im Altai-Gebirge im südlichen Sibirien lebte. Der Knochensplitter gehörte einst zu einem jungen Denisova-Mädchen, das dort vor ca. 30.000 Jahren verstarb.

 

wikiden
Auf Wikipedia findet man eine wissenswerte Darstellung, wie sich der Homo erectus zu den verschiedenen Arten entwickelte und wo sich diese ausbreiteten.

Die Denisova-Menschen und die Neandertaler hatten  gemeinsame Vorfahren. Genetisch waren die Denisova-Menschen mit den Neandertalerpopulationen aus der Vindija-Höhle von Kroatien und der Mesmaiskaja-Höhle in Russland verwandt.

Der Vergleich der DNA-Analysen zeigte auch auf, dass sich die gemeinsame Entwicklungslinie bereits vor ca. 779.000 Jahren zwischen dem Denisova-Menschen und dem modernen Menschen trennten, also doppelt so lange, wie die Trennung der gemeinsamen Entwicklung zwischen dem Neandertaler und dem modernen Menschen. Das bedeutet, dass der Denisova-Mensch eine eigene Art darstellt. Er ist weder ein Neandertaler, noch ein Homo sapiens sapiens.

Das Erstaunlichste sind die Ergebnisse im DNA-Vergleich mit den heute lebenden Menschen. Das Genom der Melanesier (Die Bewohner aus Papua Neuguinea und Bougainville) weist eine nährere DNA-Verwandtschaft auf, als die der restlichen modernen Menschen.  Es könnte bedeuten, dass die Denisova-Menschen nicht nur im Süden Sibiriens gelebt haben, sondern sehr weit verbreitet waren. Es bleibt spannend wie ein Krimi und die Welt wartet auf interessante Neuigkeiten vom Denisova-Menschen.


 

Links
 
Der Denisova-Mensch
Von Wikipedia

Genom der Denisova-Menschen entschlüsselt
Von Archaeologie-online.de